Kurz gesagt
- In Deutschland, im EWR und in der Schweiz zählen nur das Thema des aktuellen Chats sowie ungefährer Standort, Sprache, Gerät und Tageszeit.
- Chatverlauf und Memory werden nicht genutzt. Ein Opt-in für Personalisierung ist angekündigt, Datenschutzbehörden raten davon ab.
- Gesteuert wird mit Kontexthinweisen in freier Sprache statt Keywords und mit Negative Phrases für Themen, neben denen Sie nicht erscheinen wollen.
Welche Signale zählen in Deutschland?
Welche Anzeige erscheint, richtet sich nach dem Gespräch, das gerade läuft. Dazu kommen wenige technische Signale:
- Thema des aktuellen Chats
- Ungefährer Standort und Sprache
- Gerät und Tageszeit
Was in Deutschland nicht genutzt wird
Frühere Chats, Memory und Profile fließen nicht ein. Ob Custom Audiences mit gehashten E-Mail-Adressen im EWR verfügbar sind, ist unklar: OpenAI nennt sie im Europa-Beitrag, im Ads Manager sollte das vor dem Start geprüft werden.
Was geht nur in den USA?
In den USA ist das Targeting deutlich breiter:
- Personalisierung über Chatverlauf und Memory
- Custom Audiences, dort freigeschaltet
- Anzeigen für ausgeloggte Nutzer, seit dem 23. April 2026
- Produktkarussells, CTA-Buttons, Sponsored Agents und Visual Ads, teils im Test
Kontexthinweise statt Keywords
Statt Exact-Match-Keywords beschreiben Sie in freier Sprache, in welchen Gesprächen Ihre Anzeige passt. Ein Heizungsbauer hinterlegt etwa Situationen wie „Wärmepumpe im Altbau“, „Ölheizung tauschen“ oder „Heizlast berechnen“, nicht einzelne Suchbegriffe.
In der Praxis bewährt: eine Anzeigengruppe je Kundenfrage, darin 5 bis 15 Kontexthinweise und 3 bis 5 Anzeigen. Zum Start breit formulieren und nach zwei Wochen schärfen, wenn Sie sehen, wo ausgeliefert wird. Wie Sie die Kampagne aufbauen, steht unter ChatGPT Ads schalten.
Negative Phrases: Wo Ihre Anzeige nicht erscheinen soll
Viele Fragen haben hohe Kaufabsicht, sind aber kein Werbeumfeld. Hinterlegen Sie solche Formulierungen als Negative Phrases, damit Ihre Anzeige nicht neben gesperrten oder heiklen Themen erscheint. Beispiele aus der Studie:
- „ETF-Sparplan oder Tagesgeld für 10.000 €?“: Finanzwerbung ist in Deutschland gesperrt
- „Welche Hörgeräte zahlt die Krankenkasse komplett?“: Gesundheitskontext
- „Welcher Wein passt zu Gänsebraten?“: Alkohol über 0,5 Prozent ist verboten
- „Brauche ich eine Reiserücktrittsversicherung?“: Versicherungen sind gesperrt
Wie viele Kundenfragen sensibel sind
In der Prompt-Sammlung der Studie sind 71 von 169 Kundenfragen als sensibel markiert. Für jede Branche zeigen unsere Branchenprofile typische und sensible Prompts.
Wo nie Anzeigen erscheinen
Unabhängig vom Targeting gibt es keine Anzeigen für Konten unter 18 Jahren, in temporären Chats und neben Gesprächen über Gesundheit, psychische Gesundheit, Politik, Selbstverletzung oder in emotional abhängigen Gesprächen.
Was das Targeting noch nicht kann
Vier Lücken sollten Sie kennen, bevor Sie planen:
- Kein Retargeting im EWR: Abschluss und Remarketing laufen weiter über Google, Meta und den eigenen Shop
- Keine feine Geo-Steuerung: Für einzelne Standorte ist der Kanal deshalb wirtschaftlich schwach
- Frequency Capping: keine offiziellen Angaben
- Brand Safety: Verifizierung über IAS und DoubleVerify erst seit dem 5. Oktober 2026 als geschlossener Pilot
Kommt die Personalisierung?
OpenAI hat ein Opt-in für personalisierte Anzeigen in Europa angekündigt, ohne Datum. Die Datenschutzbehörden aus Hamburg, Berlin und Niedersachsen raten Nutzern, nicht zuzustimmen. Wir planen deshalb mit Kontext und behandeln Personalisierung als möglichen Bonus, nicht als Grundlage.
Häufige Fragen
Nein. Sie hinterlegen Kontexthinweise in freier Sprache, die Gesprächssituationen beschreiben, und schließen Themen über Negative Phrases aus.
Im EWR und in der Schweiz nicht. Retargeting bleibt bei Google, Meta und im eigenen Shop.
Der ungefähre Standort fließt ein, eine feine Geo-Steuerung fehlt aber. Für einzelne Standorte ist der Kanal deshalb bisher wenig geeignet.
Quellen
OpenAI Help Center (Personalisierung, Werbeanzeigen), OpenAI-Blog (05.05., 18.08., 05.10.2026), OpenAI Ad Policies v1.6, HmbBfDI, BlnBDI (02.10.2026). Zahlen aus der Studie „ChatGPT Ads in Deutschland“, Stand 19.10.2026. Keine Rechtsberatung.