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ChatGPT Ads schalten: Anleitung in 7 Schritten

Aktualisiert am , 7 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

  • Seit dem 31. August 2026 buchen Unternehmen in Deutschland ChatGPT Ads selbst im Ads Manager.
  • Vor dem ersten Euro steht der Policy-Check: Finanzen, Gesundheit und Recht sind in Deutschland gesperrt.
  • Kampagnen werden nach Kundenfragen statt Keywords gebaut. Der wichtigste Frühindikator ist, wie viel Budget überhaupt ausgeliefert wird.

1. Prüfen, ob Ihr Angebot werben darf

Finanzdienstleistungen, Gesundheit und Rechtsdienstleistungen sind außerhalb der USA gesperrt. Verboten sind außerdem unter anderem Alkohol über 0,5 Prozent, Tabak, Glücksspiel, politische Werbung, Dating sowie einzelne Job- und Wohnungsanzeigen. Seit Version 1.6 der Richtlinien kann OpenAI zudem Anzeigen ablehnen, die seiner Wettbewerbsposition schaden.

Grenzfälle wie Steuer-Software oder Fitness klären Sie vor dem Start schriftlich mit dem Ads-Team von OpenAI. Die vollständige Liste steht unter Welche Branchen dürfen werben?

2. Die Fragen Ihrer Kunden sammeln

Sammeln Sie 20 bis 30 echte Kundenfragen aus Support, Vertrieb und Suchanfragen und ordnen Sie jede einer Phase zu: Inspiration, Recherche, Vergleich, Entscheidung oder After-Sales. Ein Prompt in ChatGPT hat im Schnitt 23 Wörter, Menschen beschreiben ihre Situation. Genau diese Situationen werden Ihre Anzeigengruppen.

Fragen zu gesperrten oder heiklen Themen markieren Sie gleich mit. Sie werden später zu Negative Phrases.

3. Die Kampagne nach Gesprächssituationen aufbauen

Bewährt hat sich eine Anzeigengruppe je Kundenfrage, darin 5 bis 15 Kontexthinweise, 3 bis 5 Anzeigen und eine passgenaue Landingpage. Für den Start reichen 3 bis 5 Anzeigengruppen je Themencluster mit mindestens drei Varianten und eher breiten Kontexthinweisen.

Kontexthinweise beschreiben Gesprächssituationen in freier Sprache, es sind keine Exact-Match-Keywords. Mehr dazu im Artikel über Targeting.

4. Anzeigen texten, die hilfreich klingen

Die Anzeige steht unter einer beratenden Antwort, Werbesprache wirkt dort fehl am Platz. Schreiben Sie den Nutzen in die ersten Wörter und verlinken Sie das konkrete Angebot, nicht die Startseite. Vermeiden Sie ChatGPT-Optik und Formulierungen wie „ChatGPT empfiehlt“.

  • Statt „Der beste Saugroboter, Testsieger!“: „Saugroboter für Tierhaare: nach Saugkraft und Akku vergleichen“
  • Statt „Werde in 3 Monaten Profi!“: „Fernstudium Data Analytics, ZFU-zugelassen, Start April“
  • Statt „ChatGPT empfiehlt unser CRM“: „CRM für Agenturen bis 50 Personen, Server in DE, 14 Tage testen“

5. Die Landingpage vorbereiten

Die Seite setzt die Frage aus dem Chat fort. Diese Punkte gehören dazu:

  • OAI-AdsBot und OAI-SearchBot in der robots.txt nicht blockieren
  • Anzeige und Seite inhaltlich gleich, mit Vergleich oder FAQ zur Frage aus dem Chat
  • Mobile first: In einem deutschen Test kamen 96 Prozent der Klicks vom Smartphone
  • Gesamtpreise nach PAngV, Impressum erreichbar

6. Tracking mit Einwilligung einrichten

Das OpenAI-Pixel darf nach § 25 TDDDG erst nach Einwilligung laden. Conversions kommen zusätzlich serverseitig über die Conversions API, dedupliziert per Event-ID. Das Reporting im Ads Manager arbeitet mit Last Touch und 24 bis 48 Stunden Verzug. Für den Vergleich mit Google empfehlen wir 7 Tage Klick-Fenster und View-through getrennt.

Die vollständige Checkliste steht unter ChatGPT Ads messen, das Setup übernehmen wir unter Tracking & Consent.

7. Budget festlegen und acht Wochen testen

Ein Test braucht 1.000 bis 2.000 Klicks je Testzelle. Bei einem Plan-CPC von 1,00 bis 2,50 € ergeben sich für sechs bis acht Wochen:

  • Kleinunternehmen: 3.000 bis 8.000 €, 60 bis 150 € pro Tag, ein bis zwei Themencluster
  • Mittelstand: 10.000 bis 30.000 €, 200 bis 600 € pro Tag, drei bis fünf Cluster plus Feed
  • Großunternehmen: 40.000 bis 150.000 €, begrenzt eher durch die Auslieferung

Woran Sie nach zwei und nach acht Wochen entscheiden

Nach zwei Wochen zählt zuerst die Auslieferung: In US-Piloten flossen teils nur 0,4 bis 3 Prozent des Budgets ab. Ab 30 bis 50 Conversions lohnt sich Conversion-Bidding. Nach sieben bis acht Wochen entscheiden Sie mit Holdout oder Brand-Search-Uplift: weiter, umbauen oder pausieren.

Den Ablauf mit allen Gates zeigt Ablauf & Budget, Ihr Budget rechnet der Budgetrechner.

Häufige Fragen

Für sechs bis acht Wochen rechnen wir mit 3.000 bis 8.000 € bei Kleinunternehmen, 10.000 bis 30.000 € im Mittelstand und 40.000 bis 150.000 € bei Großunternehmen, jeweils Mediabudget ohne Agenturhonorar.

Nach etwa zwei Wochen wissen Sie, ob genug Budget ausgeliefert wird und wie Klickrate und Klickpreis aussehen. Über Wirkung und Kosten pro Anfrage oder Kauf entscheiden Sie belastbar nach sieben bis acht Wochen.

Zum Start CPC oder CPM, weil Conversion-Gebote Daten brauchen. Ab 30 bis 50 Conversions lohnt sich der Wechsel auf Conversion-Bidding.

Nein, der Ads Manager steht allen offen. Eine Agentur lohnt sich, wenn Policy-Prüfung, Tracking mit Einwilligung und die Struktur nach Gesprächssituationen sitzen sollen, bevor das Budget läuft.

Quellen

OpenAI Ad Policies v1.6, OpenAI Help Center (Ads, Attribution), § 25 TDDDG, Semrush, PPC Land, ppcone.cz, Adthena, Performics. Zahlen aus der Studie „ChatGPT Ads in Deutschland“, Stand 19.10.2026. Keine Rechtsberatung.

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